Krisenzeiten: Firmen sparen an Weiterbildung
Anders als in anderen Ländern ist der deutsche Arbeitsmarkt während der Wirtschaftskrise nicht eingebrochen. Gründe hierfür sind arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wie Kurzarbeit oder Arbeitszeitkonten. Zudem haben viele deutschen Unternehmen an einigen Stellen drastische Einsparungen vorgenommen, vor allem im Fort- und Weiterbildungsbereich.
Viele Firmen sparen während der Krise an Maßnahmen zur Fort- und Weiterbildungen für ihre Mitarbeiter. Dies geht aus der WSI-Betriebsrätebefragung sowie aus einer aktuellen Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.
Laut diesen Studien haben rund neun Prozent der Betriebe im Bereich der Weiterbildung Kürzungen vorgenommen, obwohl sie nicht von der Krise betroffen waren. Von den durch die Wirtschaftskrise geschädigten Konzernen hat jeder Vierte Einsparungen im Weiterbildungsbereich geplant oder Durchgeführt.
In Zeiten der Wirtschaftskrise haben viele Arbeitnehmer Schwierigkeiten damit, die Kosten für die und Aufwendungen für Weiterbildung zu tragen. Hingegen haben die Betriebe, in denen während der Krise Weiterbildungen stattfanden das Bildungsangebot für ihre Mitarbeiter sogar ausgebaut. In vielen Unternehmen konnten sogar mehr Mitarbeiter als vor der Finanzkrise beispielsweise an einer IHK Weiterbildung teilnehmen. Arbeitsmarktforscher beurteilen derartiges Verhalten postiv. Arbeitgeber, die ihre Angestellten weiterhin zu Weiterbildungsveranstaltungen schicken, geben diesen damit das positive Gefühl, dass sie weiterhin beschäftigt und gebraucht würden. Dies würde sich wiederum auf die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter auswirken.