Glänzende Zeiten für Goldkäufe
Mit der Finanzkrise kam die Sehnsucht nach Sicherheit – viele Anleger glaubten die im Rohstoff Gold zu finden. Konsequenz war ein beachtlicher Wertanstieg des Edelmetalls.
Im ersten Halbjahr 2010 hat Gold den größten Wertanstieg seit drei Jahrzehnten hingelegt – eine gute Performance würden Anlageberater sagen. Zuletzt hatten Goldinvestoren von ihren Käufen 1982 derartig profitiert – wenn sie denn das Edelmetall auch rechtzeitig wieder loswurden. Denn der damalige Höchstpreis wurde durch spekulative Käufe hoch getrieben – eine Blase also, wie sich später heraus stellte.
Blase oder nicht?
Das sei diesmal aber völlig anders, sagen Analysten, so etwa Ronald-Peter Stöferle von der Erste Bank in Wien: „Aktuell ist der Goldpreis alles andere als eine Bubble.“ Außerdem: „Gold ist ein Seismograf für den Gesundheitszustand des Systems. Entsprechend der globalen Misere des Geldwesens dürften Anleger zur Absicherung noch mehr Gold kaufen, sprich: der Preis noch weiter steigen.“
Und das ist keine überraschende Entwicklung: Denn immer wenn die Konjunktur schwächelt, Staatsfinanzen kollabieren oder es Stress im Bankensystem gibt, stürzen sich Anleger auf Investments, die Dauerhaftigkeit versprechen. Zuletzt trafen alle drei gleichzeitig Unsicherheitsfaktoren zu, Gold war entsprechend beliebt.
Die Käufer treiben den Preis nach oben
Während die Nachfrage aus der Schmuckindustrie nach dem Metall in den vergangenen Jahren immer weiter eingebrochen ist, hat sich er Anteil von Privatkunden an der gesamten Goldnachfrage seit 2007 auf inzwischen 38 Prozent verdoppelt. Und auch die Notenbanken einiger Schwellenländer wie die Philippinen haben begonnen, ihre Bestände zu erhöhen. Für den Goldpreis heißt auch das: Weiter geht’s nach oben.
Auch Staatsanleihen von Ländern mit einer boomenden Ökonomie oder mit reichen Rohstoffvorkommen werden in Zeiten, wo die Finanzmärkte sich launisch zeigen, stark nachgefragt. Weil die aber momentan nur recht klägliche Zinsen abwerfen und zudem die Schuldenkriese sogar das Image der USA ankratzt, scheint Gold manchen Anlegern der letzte vertrauenswürdige Wert. Fachleute prognostizieren deshalb einen weitere Preisanstieg des glänzenden Stoffes, so auch die Experten von Goldman Sachs, die sogar an bis zu 1.400 Dollar je Feinunze glauben.