Finanzsanierung nicht von Banken verzögert
Der Vorwaurf an die Banken, sie würden die Finanzsanierung durch zurückhaltende Kreditvergabe verzögern, ist überzogen. Finanzexperten erwarten für Mitte 2010 einen Kreditengpass, dieser sei derzeit noch nicht akut. Aufgrund der Rezession würden 2010 die Ratings der Firmen herabgestuft und für diese die Kreditkosten steigen. Die Banken würden allerdings schon gegen Ende des Jahres mit den ersten Kreditausfällen durch Insolvenzen kämpfen müssen, wodurch ihr Eigenkapital neuerlichen Belastungen ausgesetzt würde. Mittel- und langfristig wird dadurch die Finanzierung gefährdet. Roland Koch, Ministerpräsident von Hessen (CDU), spricht noch ein Problem an: “Wenn ein Unternehmen in einer Branche arbeitet, die schlecht geratet ist, kann es noch so gesund sein – es hat es schwer, Kredite zu bekommen”.
Deutschlandfonds und Rettungsprogramme der Bundesregierung sollen den Kreditengpass verhindern helfen, aber von den 40 Milliarden Euro, die der KfW aus Mitteln von Konjunkturpaketen zu diesem Zweck zur Verfügung stehen, sind bisher erst 8,8 Milliarden Euro beantragt worden. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Bürgschaftsprogramm der Bundesregierung, von den 75 Milliarden Euro, die hier im Topf sind, wurden bis Juni gerade einmal 9,2 Milliarden Euro beantragt. Schuld daran ist laut Ministerium ein Kommunikationsproblem mit den Hausbanken.
Die “Hürden auf dem Weg zu einem Kredit- oder Bürgschaftsantrag” seien “gerade für mittelständische Unternehmen” “in der Praxis oft viel zu hoch”, erklärte der Vorsitzende der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt. Der Deutschlandfonds werde in der Öffentlichkeit außerdem negativ wahrgenommen, “wer sich dorthin wendet, wird dafür allzu leicht abgestraft”. Von Regierungsseite müsse dafür offensiver geworben und eine Ausweitung in Aussicht gestellt werden.
Vor allem Aktiengesellschaften verzichten jedoch auf die staatliche Hilfe und erhöhen ihr Kapital bevorzugt durch die Ausgabe neuer Aktien.