Sterbeversicherungen nur Abzocke?

Überall wo eine Beerdigung nötig wird, hört man unweigerlich, wie unglaublich kostspielig alles, was damit im Zusammenhang steht, ist. Auch für diesen letzten Lebensabschnitt haben Versicherungen etwas im Angebot. Aber macht eine derartige Absicherung überhaupt Sinn?
Die Verbraucherzentrale Hamburg rät vom Abschluss einer Sterbeversicherung ab. Der Beitrag für die Versicherung sei auf einem Sparbuch besser aufgehoben. Verwaltungskosten und Risikoanteil würden den tatsächlich angesparten Anteil des Versicherungsbeitrags stark reduzieren. Zudem sei die Laufzeit meist nicht begrenzt, bei einer festgelegten Auszahlungssumme kann es so leicht zu Überzahlungen kommen.
Die Verbraucherzentrale führt als Beispiel einige konkrete Fälle auf, in denen die Versicherungsnehmer mit einem Sparbuch deutlich besser gefahren wären.

Beispiel 1:
Eine Dame hatte eine Sterbeversicherung über 3.000€ abgeschlossen, nach 24 Jahren hatte sie bereits etwa 5.000€ eingezahlt. Im Todesfall wären dennoch nur 3.000€ ausgezahlt worden. Die Dame sollte dennoch weiterhin die 230€ Beitrag jährlich zahlen. Auf einem Sparbuch hätte sie bei einer Verzinsung mit 3% mehr als 8.000 Euro angespart.

Beispiel 2:
Eine 72-Jährige bekam ein Angebot über eine Versicherungssumme von 1.700 Euro zugestellt, die Versicherungssumme würde aber nur ausgezahlt werden, wenn mindestens 4 Jahre eingezahlt wurde. Vorher würden lediglich die einbezahlten Beiträge erstattet werden. Bei einem Monatsbeitrag von 15,93 Euro wäre die vereinbarte Summe nach 8 Jahren auf einem Sparbuch mit 3 Prozent Zinsen angespart. Zwischen dem 75. und 80. Lebensjahr hätte sich die Versicherung im Todesfall gelohnt. Die durchschnittliche Lebenserwartung steigt aber stetig an und liegt derzeit zwischen 85 und 90 Jahren. Wird die Dame also 87 Jahre alt, hat sie rund 1.300 Euro überzahlt.

Die Sterbeversicherung ist somit in den meisten Fällen ein deutliches Verlustgeschäft für den Versicherungsnehmer. Eine konservative Geldanlage wie das Sparbuch hält hingegen das Kapital als liquide Mittel bereit und liefert im Todesfall nicht weniger als das, was tatsächlich eingezahlt wurde.

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